Terroranschlag in der Wiener Innenstadt

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Der Terroranschlag von Wien zusammengefasst

  • Vier Tote und über 20 Verletzte
  • Anschlag nahm gegen 20 Uhr in der Seitenstettengasse seinen Anfang
  • Der Terrorist wurde von der Polizei erschossen
  • Alle Videos sind von der Polizei ausgewertet - Die Ein-Täter-Theorie bestätigt
  • Offenbar Terrorverdächtige unter Festgenommenen
  • Nationaler Sicherheitsrat beschließt Einsetzung einer Untersuchungskommission
  • Erhöhte Sicherheitsstufe für Wien bleibt vorerst aufrecht
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Nationalrat gedenkt der Terroropfer von Wien

Drei Tage nach dem Terroranschlag in der Wiener Innenstadt gedenkt der Nationalrat in einer Sondersitzung am Donnerstag der Opfer. Im Anschluss werden Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) Erklärungen abgeben, auf die eine Debatte folgt. Am Nachmittag kommt es zu einer allerdings regulären Sitzung des Bundesrats.
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Macron-Besuch in Wien wird verschoben

Der geplante Besuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Montag in Wien findet vorerst nicht statt. Aufgrund der Covid-Situation in Europa werde der Besuch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, hieß es aus dem Bundeskanzleramt gegenüber der APA am späten Mittwochabend. Stattdessen soll Anfang kommender Woche eine Videokonferenz zum Kampf gegen den islamistischen Terrorismus und den politischen Islam stattfinden.
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Muslimische Vertreter gedenken am Donnerstag

Imame und Religionslehrer der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) werden am Donnerstag am Desider-Friedmann-Platz ein Gebet für die Verstorbenen des Terroranschlags in der Wiener Innenstadt sprechen und Blumen niederlegen. Um 12 Uhr startet dann auf Initiative von Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister ein kurzer Gedenkmarsch mit den Vertretern der Religionsgemeinschaften von der Ankeruhr am Hohen Markt ebenfalls zum Tatort.

Eine weitere Gedenkveranstaltung findet am Nachmittag am Morzinplatz ebenfalls in der Wiener Innenstadt statt. Gemeinsam mit der Jüdischen HochschülerInnenschaft, der European Union of Jewish Students und der ÖH Uni Wien lädt die Muslimische Jugend Österreichs (MJÖ) zu einer Gedenkkundgebung für die Opfer des Anschlags ein.
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Offenbar Terrorverdächtige unter Festgenommenen

Unter den im Zuge der Hausdurchsuchungen nach dem Terroranschlag in Wien Festgenommenen dürften sich mehrere Personen befinden, gegen die wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung (§278b StGB) ermittelt wird bzw. wurde. Auch ein bereits wegen dieses Verbrechens Verurteilter befindet sich darunter - nämlich jener Mann, mit dem der Attentäter 2018 gemeinsam versucht hatte, nach Syrien auszureisen. Die beiden waren in der Türkei aufgegriffen worden.

Wie aus dem der APA vorliegenden Ersuchen hervorgeht, befindet unter den Festgenommenen auch ein 18-Jähriger aus Bangladesch, gegen den zum Zeitpunkt des Anschlags wegen terroristischer Vereinigung (§ 278b StGB) ermittelt wurde.
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Drei Österreicher unter den Toten - Korrektur der Polizei

Insgesamt vier Menschen hat der 20-Jährige Attentäter bei seinem Anschlag am Montagabend in Wien erschossen. Die Polizei hat am Mittwochabend ihre Angaben zu den Erschossenen korrigiert. So waren drei der getöteten Opfer Österreicher - eine Frau im Alter von 44 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 21 und 39 Jahren.

Bei einem 24-jährigen Opfer handelte es sich um eine Studentin der Universität für Angewandte Kunst, die nebenbei als Kellnerin gearbeitet hatte. Die deutsche Staatsbürgerin wurde vor einem Lokal am Ruprechtsplatz erschossen. Der 21-jährige Österreicher (er wurde zuvor als Mazedonier ausgegeben) wurde an der Ecke Fleischmarkt/Bauernmarkt erschossen, der 39-jährige Österreicher vor einem Fast-Food-Lokal am Schwedenplatz. Außerdem erlag eine 44-jährige Frau ihren Schussverletzungen im Spital.

Bei der Polizei sind 22 weitere Verletzte im Alter von 18 bis 55 Jahren aktenkundig. 13 Verletzte - inklusive des 28-jährigen Polizisten - erlitten Schussverletzungen, die anderen zogen sich beispielsweise durch Splitter Wunden zu oder auf der Flucht.
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Nationaler Sicherheitsrat für Untersuchungskommission

In der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates wurde mit Stimmen von ÖVP, Grünen und NEOS ein Antrag der Regierungsfraktionen abgesegnet, der die Einsetzung einer unabhängigen Untersuchungskommission "zur Evaluierung der Vorkommnisse und behördlichen Maßnahmen vor dem Anschlag" empfiehlt. Darüber hinaus lauten die Empfehlungen, die bereits eingeleiteten Reformmaßnahmen beim Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismus fortzusetzen.

Der Regierungs-Antrag wurde in der Sitzung des Sicherheitsrats - der als beratendes Gremium der Bundesregierung fungiert - zum Terroranschlag in Wien von SPÖ und FPÖ nicht mitgetragen. SPÖ-Vizeklubobmann Jörg Leichtfried erklärte über sein Büro gegenüber der APA, seine Fraktion habe nicht zugestimmt, "weil das aus unserer Sicht ein Versuch der ÖVP ist, die eigene Verantwortung für die Missstände im BVT wegzuschieben, obwohl die ÖVP seit Jahren für das Innenministerium und damit für das BVT zuständig ist". 
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Verfassungsschutz richtet Info-Nummer ein

Das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung Wien hat eine Hotline und eine E-Mailadresse eingerichtet, bei denen Informationen zum Terrorakt in der Wiener Innenstadt angegeben werden können. Die Ermittler sind unter 01/31310/9974800 sowie unter der E-Mailadresse Lpd-w-lvt-aex@polizei.gv.at seit 17 Uhr rund um die Uhr erreichbar.
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Italiens Innenministerin: "Attacke gegen Europa"

Die italienische Innenministerin Luciana Lamorgese hat bei einer Ansprache vor dem Parlament in Rom den Anschlag in Wien verurteilt und ihre Solidarität mit Österreich ausgedrückt. Der Anschlag in Wien sei eine Attacke gegen Europa, seine Werte und seine Freiheit, sagte Lamorgese bei einer Fragestunde vor der Abgeordnetenkammer am Mittwoch.
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Nationaler Sicherheitsrat tagt

Die Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates zum Terroranschlag in Wien hat am Mittwochnachmittag kurz nach 16.00 Uhr in der Wiener Hofburg begonnen. Neben Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) nehmen daran u.a. auch Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Vertreter der Parlamentsfraktionen teil.
Vor Sitzungsbeginn im Parlaments-Ausweichquartier äußerte sich beim Eintreffen keines der Regierungsmitglieder. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner zeigte sich erneut betroffen vom Terroranschlag. Damit seien nicht nur unschuldige Menschen angegriffen, getötet und verletzt worden, sondern auch der Staat, die Demokratie und die ganze Gesellschaft. Dadurch lasse man sich aber nicht einschüchtern. Wichtig sei jetzt eine "ehrliche, ernsthafte und sachliche Aufklärung". Es sei jetzt nicht der Zeitpunkt für Schuldzuweisungen, sondern für eine lückenlose Aufklärung und darum, aus dem Geschehenen die richtigen Schlüsse zu ziehen, "damit der Schutz für die Bevölkerung gewährleistet ist".
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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kommt am Montag nach Wien

Bild: APA/AFP
Der französische Präsident Emmanuel Macron wird am Montagabend zu einem Besuch in Wien erwartet. Das teilte das Bundeskanzleramt am Mittwoch mit. In einem Arbeitsgespräch mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) soll demnach über gemeinsame europäische Initiativen im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus und den politischen Islam beraten werden.
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